Rutschfestigkeitsklassen

Rutschfestigkeitsklassen von Villeroy & Boch

Wer auf der Suche nach einem rutschfesten Bodenbelag fürs Badezimmer ist, wird früher oder später auf das Thema Rutschfestigkeitsklassen stoßen. In Deutschland werden Bodenbeläge nach normierten Prüfmethoden getestet, um ihre Rutschsicherheit festzustellen. Das gilt nicht nur für Fliesen, sondern auch für andere Bodenbeläge. Je nachdem, welche Ergebnisse dabei erreicht werden, erhält der Boden eine entsprechende Rutschfestigkeitsklasse. 

Warum sind rutschfeste Böden im Badezimmer wichtig?

Viele Unfälle, die im Haushalt geschehen, werden durch Stürze verursacht. Im Badezimmer mit seinen oft nassen Fußböden gibt es eine besondere Rutschgefahr. Vor allem ältere Menschen, die nicht mehr ganz sicher auf den Beinen sind, können auf rutschigen Böden schnell das Gleichgewicht verlieren und fallen. 

Aber auch Personen mit Mobilitätseinschränkungen oder in der Rekonvaleszenz nach einer Operation oder Verletzung laufen Gefahr, auf glatten Böden zu stürzen: Das Wegrutschen einer Krücke oder eines Gehstockes genügt, um einen Unfall herbeizuführen. Kleine Kinder, deren Koordinationsfähigkeit noch nicht vollständig entwickelt ist und die sich oft impulsiv bewegen, können im Bad ebenfalls hinfallen. 

Auch für Menschen ohne erhöhtes Sturzrisiko bietet ein rutschfester Badezimmerboden mehr Sicherheit und Komfort. Wer morgens unter Zeitdruck duscht, weil er ins Büro muss, kann in der Eile auf glatten Böden ebenfalls schnell das Gleichgewicht verlieren. Wird der Fußboden im Badezimmer erneuert, sollte daher immer auf eine hohe Rutschhemmung geachtet werden. Das gilt vor allem dann, wenn das Badezimmer barrierefrei werden soll. 

Welche Rutschfestigkeitsklassen gibt es?

Für die Auswahl eines rutschsicheren Badezimmerbodens sind die Rutschhemmungsklassen maßgeblich. Seit diese Klassen in Deutschland entwickelt wurden und Bodenbeläge im Arbeitsbereich bestimmte Anforderungen an die Rutschhemmung erfüllen müssen, konnte die Anzahl der Unfälle, die durch Ausgleiten verursacht werden, deutlich reduziert werden. In Deutschland gibt es zwei verschiedene DIN-Normen, welche die Rutschhemmung beschreiben: DIN 51130 und DIN 51097. 

Rutschsicherheitswerte: Die R-Gruppen

Die Norm DIN 51130 unterteilt Bodenbeläge in sogenannte R-Gruppen, wobei R für Rutschsicherheit steht. Diese Rutschsicherheitswerte wurden ursprünglich eingeführt, um Unfällen im Arbeitsbereich – soweit möglich – vorzubeugen. Entsprechend ist die Prüfmethode im Labor gestaltet: Der Bodenbelag wird mithilfe eines speziellen Gestelles angewinkelt, sodass eine Rampe entsteht. Zusätzlich kommt ein Motoröl zum Einsatz, das auf den zu prüfenden Belag aufgebracht wird und wie ein Gleitmittel wirkt. Nun geht die Testperson über die Rampe. Bei jedem Testdurchlauf wird die Rampe mit dem Bodenbelag steiler – bis die Testperson nicht mehr sicher darüber laufen kann. Der höchste Neigungswinkel, bei dem der Bodenbelag noch trittsicher war, wird festgehalten und dem entsprechenden R-Wert zugeordnet. Die Gradzahlen und R-Werte lauten dabei wie folgt: 

Neigungswinkel 

R-Wert 

6° bis 10° 

R9 

10° bis 19° 

R10 

19° bis 27° 

R11 

27° bis 35° 

R12 

über 35° 

R13 

 

Rutschfestigkeitsklassen von Villeroy & Boch

Kurz gesagt: Je höher der R-Wert einer Fliese oder eines anderen Bodenbelages ist, desto höher ist die Rutschsicherheit. 

Nassbelastete Barfußbereiche: A-B-C-Wert

Die Klassifizierung wird mit der Norm DIN 51097 angegeben und bezieht sich auf Fußböden, die nicht mit Öl oder Schmiermittel, sondern mit Wasser in Berührung kommen. Zudem geht es hierbei konkret um Bodenbeläge, die für die Barfußnutzung hergestellt werden – also beispielsweise in Saunen, Schwimmbädern oder in privaten Badezimmern. Das Prüfverfahren läuft ähnlich ab wie bei den R-Werten, jedoch ist die Testperson hier barfuß und anstelle von Motoröl wird Wasser als Gleitmittel verwendet. Die Ergebnisse des Tests werden mit den sogenannten A-B-C-Rutschsicherheitswerten klassifiziert. Die lauten wie folgt: 

Neigungswinkel 

A-B-C-Wert 

ab 12° 

ab 18° 

ab 24° 

Rutschfestigkeitsklassen von Villeroy & Boch

Hier gilt also: A ist die unterste Rutschhemmungsklasse, C ist die höchste Rutschhemmungsklasse. 

Welche Rutschfestigkeitsklassen beschreiben rutschfeste Bodenbeläge?

Was bedeuten die Rutschfestigkeitsklassen nun für die Auswahl des richtigen Badezimmerbodens? Hier sollte Folgendes berücksichtigt werden: Eine hohe Rutschfestigkeitsklasse ist zwar für die Trittsicherheit im Badezimmer vorteilhaft. Durch die speziell strukturierte Oberfläche bedeuten sehr hohe Rutschfestigkeitswerte jedoch auch einen deutlich erhöhten Pflegeaufwand. Denn in den Rillen kann sich Schmutz ablagern und ist dort unter Umständen nur schwer zu entfernen. Für den privaten Bereich sind die unteren und mittleren Rutschfestigkeitswerte vollkommen ausreichend. 

Konkret heißt das: Fußböden mit dem Wert R9 sind für normale Badezimmer geeignet. Für ein barrierefreies Bad sollte der Bodenbelag den Wert R10 oder R11 aufweisen. Die Werte R12 und R13 sind eher für den gewerblichen Bereich vorgesehen. Auch die A-B-C-Werte können für die Bewertung der Rutschhemmung im Badezimmer herangezogen werden. Sie werden meist an den R-Wert angefügt – beispielsweise R10A oder R10B – und kennzeichnen einen Fußboden, der auch für die Barfußnutzung geeignet ist. 

Oberflächen mit einem A-Rutschsicherheitswert sind vor allem für Bereiche geeignet, die trocken bleiben – wie den Eingangsbereich im Badezimmer. In Bereichen, wo man von erhöhter Rutschgefahr ausgehen muss – wie vor der Dusche – sollte der Boden dagegen einen Rutschsicherheitswert von B aufweisen, denn dieser wird für nasse Böden empfohlen. Ein Sicherheitswert von C wird bei Treppen oder Rampen in Schwimmbadbecken eingesetzt und ist im privaten Badezimmer nicht erforderlich. 

Wann sollte bei Böden auf Rutschfestigkeitsklassen geachtet werden?

Squaro Infinity Duschwanne von Villeroy & Boch
ViCare von Villeroy & Boch

Es ist grundsätzlich immer ratsam, bei einer Badsanierung auf einen rutschfesten Fußboden zu achten. Denn schließlich können auch jüngere Menschen auf nassen Oberflächen schnell ausgleiten. Mit einem rutschfesten Boden können Alt und Jung das Bad daher entspannter nutzen – das fördert auch die Wohn- und Lebensqualität. 

Besonders wichtig sind die Rutschfestigkeitsklassen für alle, die vorsorgen und ihr Badezimmer schon heute altersgerecht gestalten wollen. Beim barrierefreien Badezimmer spielt die Sturzprävention und damit die Rutschfestigkeit eine Schlüsselrolle. In der Baunorm DIN 18040-2 für barrierefreies und altersgerechtes Bauen ist ein rutschfester Bodenbelag im Badezimmer vorgeschrieben. Wer sein Bad barrierefrei umbauen möchte, sollte rutschhemmende Fliesen (oder einen anderen Fußbodenbelag) der Klassen R10B oder R11B verwenden. 

Beachten Sie aber auch, dass für die Unfallprävention im Badezimmer nicht nur die Rutschhemmung des Fußbodens ausschlaggebend ist. So sind ausreichend Platz vor der Dusche, dem Waschbecken und der Toilette für die Barrierefreiheit ebenfalls wichtig. In einem barrierefreien Badezimmer sollte eine bodengleiche Dusche installiert werden – hier gibt es keine Bodenschwelle oder gemauerte Kante als Stolperfalle. Duschgriffe, Haltegriffe und Stützgriffe können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zusätzliche Sicherheit geben. 

Dank moderner Materialien und Designs lassen sich heute bei barrierefreien Bädern Funktionalität, Komfort und Ästhetik perfekt miteinander in Einklang bringen. Fußböden mit rutschhemmenden Eigenschaften gibt es in vielen ansprechenden Ausführungen – von edlen Steinböden über stilvolle Keramikfliesen bis hin zu praktischen Vinylböden oder speziell beschichteten Holzböden. 

Bei Villeroy & Boch finden Sie beispielsweise hochwertige Feinsteinzeug-Fliesen mit feiner Eichenholzoptik, Schieferoptik oder Betonoptik, die sich auch durch ihre hervorragende Rutschsicherheit auszeichnen. So verfügt die Kollektion GATEWAY über eine Rutschhemmung von R10A, R10B oder sogar R11B. Dabei sind die Fliesen durch die Oberflächenversiegelung VilboStone besonders pflegeleicht und langlebiger als echter Naturstein. 

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